Die Würze des Unperfekten oder „To-dos und Torte“*
Eiskunst Kanada

Die Würze des Unperfekten oder „To-dos und Torte“*

Kennst Du das? Ich traue mich erst etwas zu zeigen, anzuleiten, zu erzählen, wenn es perfekt ist. Wenn ich das Gefühl habe, alles ist durchdacht und durchdrungen, alles verstanden und wie unangreifbar, wenn du Fragen gestellt bekommst? Ein Thema, eine Asana, ein Idee die du hast, muss erst perfekt umgesetzt und durchdacht sein, bevor du sie nach außen trägst?

Ich beginne gerade zu Lernen auch das Unperfekte nach außen zu tragen und merke, wie viel Interesse, Verständnis und positives Feedback das Resultat ist. Eben einfach, weil ich mich traue und nicht versuche mich nur zu zeigen, wenn es bereits x-mal durchdacht ist. 

Wie gehst du damit um, wenn du ein Projekt planst und es möglicherweise noch nicht perfekt ist?  Traust du dich oder arbeitest du so lange daran und optimierst so lange, bis es deinem Anspruch von Perfektion gerecht wird?

Eis und Kunst

Mir geht es oft so, dass ich versuche z.B. eine Yogastunde schriftlich zu erstellen, weil ich eine Idee, ein Thema habe. Meistens etwas, das mich gerade beschäftigt, weil ich eine Entdeckung gemacht habe oder eine tiefe Erfahrung. Manchmal auch, weil es Themen sind, mit denen mir die Teilnehmerinnen in den Klassen und Ausbildungen begegnen. Ich setze mich dann hin und schreibe alles auf und zeichne die Yogapositionen auf und bin meist am Ende zufrieden. 

Dann gehe ich damit in den Unterricht und stelle fest, das passt heute nicht. Die Menschen benötigen etwas anderes oder meine Idee ist noch nicht ausgereift. Ich muss noch mal daran feilen und probiere dann aus, welcher Part schon gut geht.

Und schon habe ich eine Stunde aufgeschrieben, werde von Kollegen angesprochen, ob ich die Stunde zur Verfügung stelle und wundere mich, denn es war ja in meinen Augen alles andere als Perfekt.

Die Definition von Perfekt ist:

(Etwas ist…) „so gut, dass nicht das Geringste daran auszusetzen ist“

Das ist doch eine Sackgasse oder? Wenn es nichts mehr zu entwickeln, weiter zu denken zu optimieren und zu verfeinern gibt, ist es dann wirklich gut? Ist es dann auch noch interessant?

Im GEO ist zu lesen:…..“Fehler machen zu können ist die Vorbedingung für neue Ideen.“…

Das sollte uns eigentlich eine  Fehlerfreundlichkeit entwickeln lassen, anstatt immer nur perfekt sein zu wollen.

Diese Tatsache, dass unser Gehirn eigentlich eher oft im Chaos ist und alles andere als perfekt organisiert ist, unterscheidet uns auch von der sog. Künstlichen Intelligenz (KI). Dieses Thema lässt ja inzwischen viele Menschen eher sorgenvoll und ängstlich werden. Die Sorge, dass „SIRI, ALEXA“  und Co uns Menschen und Kommunikation ersetzen, ja sogar den Arzt ersetzen.

Aber eben anders als bei der KI ermöglicht uns unsere Gehirnstruktur immer wieder Fehler zu machen und dadurch Ideen zu entwickeln.  Unperfekt ist also menschlich und die interessantere Variante. Unperfekt heißt dann neue  Möglichkeiten finden. Darauf vertrauen, dass Fehler dazu dienen den Horizont zu erweitern und neue Möglichkeiten offenbart werden.

Eiskunst Elch

Wie wäre eine Sammlung aus unperfekten Ideen und Geschichten? 

Ich hätte Lust auf eine Sammlung von unperfekten Ideen und Geschichten. Dinge, die entwickelt, erdacht und erlebt worden sind und nicht perfekt sind. Vermutlich sind das Fundgruben für neue Entwicklungen und zaubern uns vor allem immer mal wieder ein Lächeln ins Gesicht, weil das Unperfekte doch oft das ist, was uns in Erinnerung bleibt und Kuriositäten entstehen lässt.  

Außerdem steckt darin eine gehörige Portion Demut, denn wenn etwas nicht perfekt ist, sogar vergänglich, wie z.B. die Eisskulpturen wie hier oben in den Bildern aus Kanada, dann wissen wir, dass jede Idee, jedes Konzept wundervoll ist,  weil sie  Raum für Entwicklung lässt und uns weiter Denken, Träumen und Gehen lässt. Dieses Unperfekte vergegenwärtigt uns die Vergänglichkeit des Seins und das wir Menschen sind!

Wir sind keine Maschinen, nicht Gott, sondern voller Ideen und Möglichkeiten! 

Ich möchte hier gerne Raum für für das Unperfekte schaffen! Und wenn Du Lust hast, freue ich mich auf Geschichten in den Kommentaren, die deine unperfekten Seiten zeigen. Vielleicht magst Du sie mir auch per Email zusenden?

Es wäre schön eine Sammlung von Geschichten zu haben, die uns als Menschen in unserer Unvollkommenheit zeigen. Geschichten, die uns wieder unser Mensch-Sein erfahren lassen, anstatt bei Instagram und Co unseren (nicht vorhandenen) Perfektionismus feiern und eine gekünzelte Welt erschaffen lassen.

Trau Dich! Und schreib mir! Ich freue mich sehr auf Dich und deine Geschichten!

P.S.: Die Bilder sind alle umperfekt aufgenommen und ich weiß nicht mal mehr, wo in Kanada das Eisfestival war? Tja. Es ist schon ein paar Jahre her und leider Ort und Zeitpunkt nicht gespeichert. 

Übrigens. Deepak Chopra sagt im „Buch der Geheimnisse“: …Das Universum ist unendlich, deshalb hört die Evolution nie auf. 

…und das  *  oben im Titel weist auf   „Ein gutes Projekt“ von Ein guter Plan/ Ein guter Verlag von Jan Lenarz und Milena Glimbovski hin…..Dazu an anderer Stelle mehr und bis dahin kannst Du gerne hier schauen: Ein guter Plan / Ein gutes Projekt